Neuromancers Schreibwerkstatt

 

 
Aaaaaaaaaaaaaargh! Schreibblockade!

 

 
Die Regeln:
Übe im Forum keine beleidigende Kritik.
Konstruktive Vorschläge sind natürlich erlaubt und gewünscht, aber jemanden, der vielleicht ein paar Jahre jünger ist, wegen seiner Geschichte oder gar der Rechtschreibung fertigzumachen ist nicht die feine Art.
Es versteht sich von selbst, dass solche Leute von der Teilnahme ausgeschlossen werden.

Regeln für die Geschichten:
Wer Geschichten kopiert oder aus dem Internet klaut der wird dauerhaft vom Wettbewerb ausgeschlossen. und die Geschichten gelöscht.
Das selbe gilt für Beleidigungen im Forum.

Die Geschichten sollten außerdem nicht zu blutig, lang oder liebestoll sein, sonst können sie nicht gewinnen!

Um Ideenklau zu verhindern, werden editierte Postings gelöscht! Also schreibt eure Geschichte ganz fertig bevor es zur Löschung kommt.

 

 
Du bist kreativ und schreiblustig? Du willst nicht nur Bücher lesen, sondern hast auch selbst manchmal eine 
Idee für eine Geschichte?
Viel zu oft bleibt es leider bei dieser Idee und man denkt sich: Tolle Idee, aber ich kann sowieso nicht schreiben.
Versuch es doch einfach mal. In dieser Gruppe kannst Du dich mit anderen "Schreiberlingen" austauschen, 
sie fragen, was sie von deiner Geschichte und deinem Schreibstil halten - und dir vielleicht das eine oder andere abschauen.
Es liegt ganz bei Dir.

 

 
Wie - Du willst was gewinnen?
Alle 2 Wochen gibt es ein neues Thema für eine Kurzgeschichte. 
Für die beste Geschichte gibt es ein exklusives Badge und sie wird in den News veröffentlicht.
Aber Vorsicht: Du solltest nicht nur wegen dem Badge mitmachen, sonst bist Du schnell frustriert, wenn Du nicht gleich gewinnst. Sieh die Gruppe eher als Gelegenheit, einem kreativen Hobby nachzugehen, oder vielleicht auch nur als Möglichkeit, viele tolle Geschichten zu lesen...
cheerio,
Neuromancer
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 Gruppen-Info 

Neuromancers Schreibwerkstatt

Gegründet: 04.08.2009

10,688 Mitglied/er

Schreiben und gewinnen...

 

Immer wieder spannend: Habbo-Geschichten!

 

Hilfe!

 

Ich habe doch nur um ein wenig Hilfe gebeten, 
aber ihr habt mich immer in den Boden getreten. 
Ich kam nicht hoch, ich blieb dort liegen, 
versuchte wirklich alles, auf Brechen und Biegen. 
Doch alles hatte einfach keinen Zweck, 
ich blieb, was ich auch tat, auf demselben Fleck. 
Es war mir egal, was ihr von mir denkt, 
mir hat noch nie jemand etwas im Leben geschenkt. 
Doch irgendwann kroch ich hinaus, 
aus dem von mir gebauten Schneckenhaus. 
Ich setze mich hin und lernte für die Schule, 
ihr nanntet mich Streber, oder der Schwule. 
So nannten sie mich, so verletzten sie mich, 
was ich auch tat, weg von dort kam ich nich’. 
Doch irgendwann merkte ich, dass ich keine Zeit verschwende, 
denn dann kam für mich die ganz große Wende. 
Die Schule wurde schwerer, es wurde echt hart, 
ich legte hin einen super Start. 
Doch die anderen konnten nicht mithalten mit mir, 
die machten Partys, nahmen Drógen und tranken Bíer. 
Am Ende hatten sie keinen guten Abschluss, ich Abitur, 
sie schauten sich an, fragten sich „Was taten wir nur?“ 
Ich stieg hinauf, verdiente viel Geld, 
sah mir an, wie einer nach dem anderen von euch auf den Boden fällt. 
Endlich stand ich über all diesen Leuten dort, 
ich zog weg von ihnen, an einen neuen Ort.

Heute, 20 Jahre sind vergangen, 
muss ich um wirklich gar nichts mehr bangen. 
Ich habe einen gut bezahlten Job, 
mein Leben verläuft ganz salopp. 
An meiner Seite ist eine wunderschöne Frau, 
ihre inneren Werte sind einfach nun „wow“. 
Sie macht mich glücklich, sie macht mich froh, 
ich erwidere ihr das Glücklichsein ebenso. 
Freunde habe ich nun auch satt, 
gefunden in meiner neuen Stadt. 
Und ihr, die ihr habt gelacht mich aus, 
seid noch nicht gekommen aus dem alten Ort raus. 
Ihr habt nichts, ihr lebt in Armut, 
und wisst ihr was, das tut mir sehr gut. 
Es zeigt mir doch, es gibt Gerechtigkeit auf der Welt, 
das ist etwas, was mich immer am Leben hält. 
Drum denk daran, du kannst es schaffen, 
musst die anderen vergessen und dich aufraffen. 
Halt durch, wenn jemand dich auf den Boden drückt, 
und werde dann nicht gleich verrückt. 
Kämpfe, und du kannst alles erhalten, 
dein Leben genauso wie deine Träume gestalten.

 

Ich in 20 Jahren

 

 

Ich in 20 Jahren

Ich war auf dem Dachboden um die alten, verstaubten Kisten auszumisten. Der Dachboden war total zugestellt und wir brauchten dringend Platz für neues Altes. Irgendwann stieß ich dann auf eine Kiste, die den Namen „Laura“ trug. Diese Kiste hatte ich komplett vergessen – es war die Kiste meiner Tochter. Ich wühlte ein wenig darin herum und stieß dabei auf Puppen, Kinderbücher, Kuscheltiere, Briefe und einige andere Dinge, die einen Platz in Lauras Herzen hatten und damit nun auch in dieser Kiste. Ich fand alte Familienfotos darin sowie Wunschzettel, die nie den Briefkasten des Weihnachtsmannes erreicht hatten. Ganz unten, den ganzen Kram schon um mich herum verteilt, lag ein ausgeblichenes Buch mit einem Schloss. Auf dem Deckel des Buches waren zwei kleine Eichhörnchen zu sehen, die sich um einen Baum wanden und das Schloss war anscheinend schon lange kaputt. Das war Lauras altes Tagebuch. 
Lauras Tagebuch. Tränen kullerten über meine Wangen, als ich die Eichhörnchen betrachtete. Ich erinnerte mich noch genau an den Tag, als unsere Tochter dieses Buch stürmisch aus dem Geschenkpapier riss und uns um den Hals fiel. Das Tagebuch stand damals auf einem ihrer zahlreichen Wunschzettel und nun konnte sie endlich ihre Gedanken niederschreiben. 
Ich öffnete die erste Seite. In einer krakgeligen Kleinkindschrift, mit zahlreichen Rechtschreibfehlern – ich musste lachen - stand dort: 
„Libes Tagebuch, ich freuhe miech so ser ühber diech. Dange an Mama und Papa! Libe Grüse Laura“ 
Ich überblätterte einige Seiten und sprang direkt auf die letzte Seite. Sie hatte tatsächlich das komplette Tagebuch vollgeschrieben. Sofort erinnerte ich mich an mein eigenes Tagebuch, das nie besonders oft die Tinte meines Füllers genießen durfte. Ich hatte wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte davon vollgeschrieben. Ich blätterte wieder einige Seiten nach vorne. 
„05. Mai 1985 – Liebes Tagebuch, …“ – 1985, da war sie 13 Jahre alt – „ … ich habe mir Gedanken über meine Zukunft gemacht, da wir dieses Thema gerade in der Schule durchnehmen. Alle wollten viel Geld oder berühmt werden. Ich saß ganz still im Unterricht, weil ich mich nicht traute den anderen meinen Wunsch zu sagen. Alle waren so cool und ich kam mir so dumm vor. Du fragst dich bestimmt was mein Wunsch ist: Ich möchte einfach immer glücklich mit meiner Familie sein. Ich habe meine Eltern so gern und möchte nicht, dass ihnen etwa passiert. Ich wüsste nicht, was ich dann machen würde. Viele der Eltern von den Freunden aus meiner Klasse leben nicht mehr zusammen. Ich will nie, dass das passiert. Ein paar haben mir auch erzählt, dass, sobald sie alt genug sind, von Zuhause weg wollen. Das kann ich überhaupt nicht verstehen – ich habe meine Familie wirklich gern.“ 
Als ich diesen Eintrag vom 5. Mai 1985 gelesen hatte, konnte ich die Tränen wirklich nicht mehr zurückhalten. Das hatte sie uns nie so offen sagen können. Natürlich war meinem Mann und mir klar, dass wir ihr viel bedeuten, sie bedeutet uns ja auch viel, aber sie hat es uns nie gesagt. Das letzte was sie zu uns gesagt hat, war: „Ich bin weg!“ 
Auch die Ursache für diesen Satz hatte sie einige Tage bevor sie uns verließ in diesem Tagebuch niedergeschrieben: 
„12. Dezember 1989 – Liebes Tagebuch, ich habe mich heute furchtbar mit meinen Eltern gestritten. Der Grund: Ich bin schwanger. Ich bin noch so jung und es war auch nicht geplant, aber es ist nunmal geschehen. Jetzt hassen mich meine Eltern. Der Vater will nichts von seinem Kind wissen und ich stehe vollkommen alleine da. In 5 Monaten ist das Kind da, womit es auch zu spät für eine Abtreibung ist. Selbst, wenn noch Zeit dafür wäre, käme das für mich nicht in Frage. Wenn meine Eltern kein Verständnis zeigen – ich verlange ja nicht einmal, dass sie mich Unterstützen – dann verlasse ich dieses Haus. Familie war mir immer das Wichtigste, aber meine Eltern haben mich wirklich enttäuscht. Dies wird wahrscheinlich mein letzter Eintrag sein, vielleicht auch die letzte Tat, die ich in diesem Haus vollbracht habe. Damit verabschiede ich mich schonmal von dir, liebes Tagebuch. Du hast mir immer zugehört und mir nie widersprochen, dafür danke ich dir. Eines Tages werden wir uns vielleicht wieder sehen, wenn ich meine letzten Sachen aus meinem Zimmer hole. Wir werden sehen …“ 
Dieser Eintrag liegt nun 20 Jahre zurück. Die Tränen flossen jetzt wie ein Wasserfall. Seit dem Tag, als Laura uns verließ, haben wir nichts mehr von ihr gehört. Sie hinterließ weder eine Adresse noch eine Telefonnummer. Wir trennten uns im Streit, da unsere Enttäuschung und Scham über unsere eigene Tochter einfach zu groß war. Jetzt tat mir alles so Leid und es kam mir auch unheimlich kindisch vor, sich 20 Jahre lang nicht bei der eigenen Tochter gemeldet zu haben, wegen eines dämlichen Streites. Ich wusste genau, was jetzt zu tun war. Ohne zu warten bis mein Mann von der Arbeit kam, rief ich bei der Auskunft an, besorgte mir alle Informationen, die ich über Laura brauchte, fuhr in die Stadt und anschließend direkt zu meiner einzigen Tochter. 
Dort stand ich nun 20 Jahre später vor Lauras Wohnungstür. Von außen sah das Haus wirklich hübsch aus, sie lebte also zum Glück nicht in Armut. Sie hatte es also geschafft. 
Ich atmete nochmals tief ein und klingelte dann und wartete … 
Ich hörte Schritte … 
„Wer ist da?“, fragte eine mir unbekannte Frauenstimme. 
„Ich möchte zu Laura“, antwortete ich. 
Die Tür ging auf und vor mir stand eine wunderhübsche junge Frau. Das musste Lauras Tochter sein – meine Enkelin. Ich wusste nicht was ich sagen sollte, also stotterte ich: „I-i-st deine Mutter d-da?“ 
„Kein Grund nervös zu werden, so schlimm ist sie auch wieder nicht. Moment bitte.“ 
„Wer ist da, Marie?“, rief es aus dem Hintergrund und Laura kam um die Ecke und blieb stehen, „Marie, gehst du bitte in dein Zimmer?“. 
Wieder schossen mir Tränen in die Augen, doch Laura stand wie versteinert da. Ich ging wortlos auf sie zu und hielt das Tagebuch mit den Eichhörnchen in den Händen. Ihr Blick fiel auf das Buch und sofort wieder auf mich. 
„Laura, es tut mir so Leid. Ich habe heute die alten Kisten auf dem Dachboden durchgeschaut und dein altes Tagebuch gefunden. Ich wusste nicht … es tut mir so Leid. Ich weiß, es ist lange her und ich verlange auch nicht, dass du mir verzeihst, aber ich hoffe es dennoch. Ich liebe dich und dein Vater auch, das weiß ich.“ 
Laura griff nach ihrem Tagebuch und legte es auf einem Regal neben sich ab. Auch sie weinte und fiel mir um den Hals. Sie schluchzte und flüsterte mir ins Ohr: „Ich habe euch so vermisst.“ 
Sie hatte uns also verziehen, ich war so erleichtert. Nach einem langen Gespräch mit Laura und Marie sowie der Ankunft meines Mannes, den ich mittlerweile angerufen hatte, holte ich ein weiteres Buch aus meiner Tasche: „Dein altes Tagebuch war voll … ich habe dir ein neues besorgt.“ Laura lachte und war einfach überglücklich. 
Damit waren ihre Wünsche von vor 20 Jahren endlich in Erfüllung gegangen: Eine glückliche Familie.

 

 

 

Sonnenfinsternis

Man sagt, er leuchtet am Himmelszelt, 
wo er nebst Sternen die Nacht erhellt. 
Es gibt viele Mythen, es gibt viele Sagen, 
ob’s wahr ist, das kann man ihn niemals fragen. 
Gehört dazu, wie die Finger zur Hand, 
durchzieht die Nacht wie ein helles Band.

Sein Gegenstück? Die heiße Glut, 
‘ne brennende Kugel mit feuriger Wut. 
Sie taucht die Welt in warmes Licht, 
erst rot, dann gelb, ich weiß es nicht. 
Sie bettet sich im Horizont, 
bewahrt das Leben ganz gekonnt.

Wenn sich aber der Himmel verdunkelt, 
und sich die Wolken in der Finsternis wiegen, 
dann wird der Mond über die Sonne siegen. 
Ein gespenstischer Schleier wird uns zart umsäumen, 
ergreifend, als würden wir in Wirklichkeit träumen. 
Der helllichte Tag wird zur tiefschwarzen Nacht, 
die Welt voll umringt von dunkler Macht.

Gestirn erbleicht, der Mond hat Mut, 
verdeckt die Sonn‘ schier absolut. 
Die Erde dreht sich, doch die Zeit bleibt stehn, 
die Menschheit schweigt, sie will nur sehn. 
In diesem Moment, in dieser Sekunde, 
völlig gebannt vom düst‘ren Schlunde. 
Sie ist faszinierend, die verbotene Schwärze, 
im schaurigen Nichts eine funkelnde Kerze.

Ein weißer Ring die Hoffnung erhält, 
dies sei kein Untergang, sondern Wunder der Welt. 
Wo ist sie hin? Was geht hier vor? 
Geschrei versinkt im menschlich‘ Moor. 
Dies Phänomen, so schön wie suspekt, 
die Begeist‘rung unsrer Herzen weckt.

Staunende Blicke hinter zahlreichen Scheiben, 
wird es ewig bleiben… uns in den Wahnsinn treiben? 
Sind wir nicht hilflos stillgestanden, 
als wir dies Wunder noch nicht kannten? 
Man forschte nach, man war am Munkeln, 
wird die Sonne ewig funkeln? 
War jetzt ein Ende in Betracht? 
Wär‘ echt so gar nicht angebracht!

Doch bald verschwand er, wollt‘ nicht prahl‘n, 
und ließ die Sonn‘ fidel erstrahl’n. 
Nun seht ihr glänzend gold‘nes Haar, 
vorbei ist es, wahrhaftig, ja. 
So war’s bloß eine Finsternis, 
Spektakel, niemals Hindernis. 
Die nächste liegt im Ungewissen, 
wir werden sie wohl sehr vermissen.

 

Sonnenfinsternis

Es war ein Freitagabend. Ein Freitagabend wie kein anderer. 
Wir hatten Hitzefrei. Ja, mitten im Dezember. Allein der Gedanke daran, dass wir 35° hatten, bringt mich zum schmelzen. Wir verließen nach der 3. Stunde den Unterricht. Am großen Tor hielt Grey mich auf. 
"Hey, Roxy. Kommst du mit uns schwimmen?" rief er von einer Gruppe seiner Freunde zu mir herüber. 
Ich blickte auf meine Schultern, rot und voller Bläschen. Zwar mochte ich Grey sehr, aber wenn ich noch einen Tag länger im Freien verbringen würde, würde meine Haut sich komplett von mir verabschieden. 
"Nee, heute nicht. Vielleicht nächste Woche.", rief ich zurück. 
Er kam auf mich zu. 
"Ach komm schon, Roxy. Nur noch einmal.", sagte er mit dem Lächeln, dass ich so liebte. 
"Naa gut. Aber nur, weil du's bist.", ließ ich mich überreden, während ich mich in Gedanken schon mal von meiner Haut verabschiedete. 
Wir fuhren mit dem Bus. Unsere Schwimmsachen mussten wir nicht mehr von zu Hause abholen, da wir stehts welche anhatten. Es war merkwürdig, drei Tage vor Weihnachten in kurzen Hosen, Bikini und Top durch die Gegend zu laufen. Doch der ewige Sommer hielt an.
Wir hatten alle eine Jahreskarte. Wer wusste schon, ob es je wieder Winter werden würde? Keine Minute verging und alle, die mit uns gekommen waren, landeten im Schwimmbecken. 
Niemand den man hier sah war ohne einen kräftigen Sonnenbrand durch die ewige Hitze gekommen. Doch im Wasser war es auszuhalten. 
Die Zeit verging wie im Flug. Während das ohnehin überfüllte Freibad langsam immer mehr bevölkert wurde, drängten Grey, seine Freunde und ich uns unter einen übergroßen Sonnenschirm. Es wurde kühler. Und dunkler... 
"Wie spät ist es?", fragte ich Grey. 
"Keine Ahnung..." Er sah auf sein Handy und runzelte die Stirn. 
"Das kann doch nicht sein. Leute, wie spät ist es? Mein Handy ist kaputt!", rief er in die Runde. 
Johnny, einer von Grey's Freunden, sah auf seine Armbanduhr. 
"Es ist 17:59 Uhr. Wieso?", fragte er. 
Es wurde immer dunkler. Grey und ich tauschten besorgte Blicke aus. Der Wind wehte die Haare in mein Gesicht, während mir ein Schauer über den Rücken lief. Ich bekam Gänsehaut. 
Während meine Haare mir die Sicht nahmen, rasten tausende Bilder an meinen Augen vorbei. Es wurde kälter. Viel kälter. In wenigen Sekunden fielen die Temperaturen um mindestens 20°! Was war nur los... was war nur... 
"Der wievielte ist heute?", schrie ich über den Platz. 
Alle sahen mich an. Während die Hälfte meines Gesichtes noch von meinen Haaren verschleiert war, musste die andere angstverzerrt und voller Grauen gewesen sein. Bitte lass es nicht dieser Tag sein! Jeder, nur nicht dieser!, rief meine innere Stimme. 
"Heute ist der 21.12.", sagte Grey. Ich sah ihn an und bemerkte, dass er erst während er die Worte aussprach verstand, was er da sagte. Seine Augen weiteten sich vor Schrecken, während es immer Kälter wurde. Auch ihm lief ein Schauer über den Rücken. 
Es war der *****Schon seit Jahren wurden Berichte über den vorhergesagten Weltuntergang im Fernsehen ausgestrahlt, doch niemand hatte ihnen geglaubt. Ich am allerwenigsten. Während die Temperaturen immer weiter sanken, rasten die Gedanken durch meinen Kopf. Der Himmel verdunkelte sich. Wir sahen zum Himmel auf und erblickten die Sonnenfinsternis. Schlagartig wurde es noch kälter. Und dann geschah das unfassbare. Es hagelte. Schreie hallten durch das Freibad, während alle panisch versuchten, aus dem Becken zu flüchten. Grey und ich rannten gemeinsam über den Platz. Die Temperaturen sanken unaufhaltsam weiter. Der Boden fror ein und wir schlitterten in die Kabinen. Panik brach aus und alle drängten sich unter das Dach. Grey und ich schlossen uns in einer Kabine ein, als ich anfing zu weinen. Ich konnte mich nicht zurückhalten. Alles ging so schnell. 
"Roxy? Roxy, nicht weinen. Alles wird gut!", sagte Grey. Seine Stimme zitterte dabei so sehr, dass ich wusste, er traute seinen eigenen Worten nicht. 
Er versuchte mich zu beruhigen, während ich mit meinen Armen um mich schlug. Ich wollte nicht sterben. Es gab so viel, was ich noch tun und sagen wollte. Grey griff nach meinen Handgelenken und drückte mich gegen die Wand. 
"Hey. HEY!", schrie er mich an. Als ich nicht aufhörte, mich zu wehren, drückte er seine Lippen gegen meine. Ich wurde still. Obwohl alle um uns herum schrieen, schien die Welt für einen Augenblick wieder in Ordnung zu sein. Er löste seine Lippen von meinen und sah mich an. Ich konnte meine Augen nicht von seinen wenden. 
"Ich liebe dich.", flüsterte ich vor mich hin. Und obwohl er durch all das Geschrei nichts hören konnte, schien er zu verstehen. In diesem Moment geschah ein Wunder. 
Die Schreie erstillten und wir hörten knirschende Schritte. Wir sahen uns kurz an und öffneten dann die Tür. Alle sahen in den Himmel und schwiegen. 
Es schneite. 
Der Himmel war erfüllt von Frieden, während die Erde aussah wie nach einer Schlacht zwischen Mensch und Natur. Die Sonnenfinsternis war vorüber.

Nein, die Welt ging nicht unter, auch wenn es zuerst danach aussah. Und wir hatten auch nie wieder im Winter Hitzefrei. Aber Grey und ich, wir hatten uns. Und von nun an leben wir jeden Tag, als wäre es der letzte.

Der Pfad des Feuers 
Vor langer, langer Zeit war die Welt von Azeroth in Gefahr. Der Krieg gegen Arthas, auch als Lichkönig bekannt, hatte viele ausgelaugt. Doch schon kurz nachdem der Lichkönig gefallen ist, kam das nächste Unheil. Viele Jahre vor Arthas gab es ein Wesen, dass noch viel mächtiger und schrecklicher war. Er nannte sich Todesschwinge. Daher wurde er in eine andere Welt verbannt, zu der ein tiefer, tiefer Strudel führte, der Mahlstrom. Er wurde vor vielen tausenden Jahren verschlossen. Doch dann wurde Todesschwinge wieder so mächtig, dass er aus dieser verbannenden Welt entfliehen konnte. Dadurch kam es zu einem übertritt der Elementare aus deren Welt nach Azeroth. Und alles hatte sich verändert. Nichts blieb mehr wie es mal war, die Elementare änderten alles. Alt bekannte Gebiete wurden überflutet oder sogar entzweit. Darüber wachte Todesschwinge bis zu einer erneuten Verbannung. In Uldum, dort wo die Wüste herrschte, haben die Wächter des Hyjal und die Wächter von Ramkahen dafür gesorgt, dass Todesschwinge in einem verlorenen Tempel begraben wurde. Seit dem herrschte Frieden in Azeroth. Der Krieg endete. 
Doch nun, ca 3000 Jahre später machten sich Forscher von Orgrimmar auf den Weg, um das längst vergessene Uldum zu erforschen. Und ich stand unter ihnen. Ein unbedeutender Schamane vom Stamm der Dunkelspeertrolle. 
So standen wir auf einem Zeppelin und beobachten, wie sich so langsam diese riesige, weite Wüste erhebte. Es war, als ob dort nie Leben geherrscht hatte. Alles ein einziger Sandkasten. Unser Forschungsleiter war gleichzeitig mein Vorgesetzter. Sar'jin, ein Nachkomme des Vol'jin und somit Anführer der Dunkelspeertrolle, war mein Forschungsleiter, Vorgesetzter und Geliebter. Doch ich habe mir vorgenommen, ihm nie ein Wort meiner Zuneigung auszusprechen. ,,Dronadio! Komm bitte mal her!", so ertönte die wunderbare Stimme von Sar'jin und ich schaute benebelt in seine Richtung. ,,Ähh..ähm. Ja, ich komme sofort, Chef!" Mein Hals war trocken, er wollte, dass gerade ich zu ihm komme. Mein Herz schlug höher und ich näherte mich dem attraktiven, jungen Troll, dessen rote, abstehende Mähne vom Wind aufgefrischt wurde. Ich bekam es nur sehr schwer auf die Reihe, ihm etwas normales zu sagen. ,,Was.. was gibt es, Chef?" Er sah mich an, als ob er wüsste, was in mir vorging. Daraufhin kam er näher zu mir ran und streichte mir durch mein sanftes, blaues Haar. ,,Du sollst mich doch nicht Chef nennen, Dronadio. Dafür kennen wir uns schon zu lange." Er sah mir direkt in die Augen und fing an zu lächeln. Als ich seinen Blick erwiderte, verlor ich mich in seinen wunderschönen, braunen Augen, die neben der bläulichen Haut hervorstach. Ich weiß nicht mehr, wie lange wir so dastanden, aber es fühlte sich gut an, bis eine mir vertraute Stimme in den Ohren unsrer erklang: ,,Sar'jin! Wir haben wichtigeres zu tun, als uns um diesen kleinen Troll zu kümmern! Uldum liegt vor uns und es gibt eine Menge zu tun!" Wir wussten alle, dass sie recht hatte. Auch wenn ich Worte aus dem Mund dieser Person nur schwer glauben kann. Sie war eine attraktive Blutelfe. Ihr Name war Marison. Sie schenkte ihre Aufmerksamkeit immer nur Sar'jin. Sie wusste, wie viel er mir bedeutete. ,,Ja, Marison. Du hast natürlich recht. Wie immer." Sar'jin lachte. Und ich fühlte mich abgelehnt, am liebsten würde ich dieses Wesen mit dem perfekt geformten Körper, den blonden, langen Haaren und den grünen Augen einfach aus dem Zeppelin werfen. Doch ich riss mich zusammen. 
Angekommen auf dem Sand der verschütteten Welt der Ramkahen, ließen wir vorerst die Erdelementare, die die anderen Schamanen und ich beherrschten, den Sand verschwinden. Bis wir zu einem alten Tempel kamen, er war riesig. ,,Wow.", kam nur aus meinem Halse. Der Rest der Truppe konnte meinem Ausspruch der Bewunderung nur zustimmen. Sar'jin kam zu mir, schaute mir auf wunderbare Art und Weise in die Augen, während ich wieder in seinen versank. ,,Dronadio, du bist die oberste Schamanin hier, bitte sorge dafür, dass die Elementare vorsichtig den Tempel öffnen, es darf nichts schief laufen! Verstehst [...] wichtig, okay?" Ich wusste, dass er mir etwas zugesprochen hatte, doch ich war zu versunken in seinem wunderschönen Blick, dass ich ihm nicht zuhören konnte. Da ich nicht wusste, was er sagte, erahnte ich es mir und stimmte ihm stumm zu. Die Elementare der anderen Schamanen und mir öffneten so vorsichtig es ging den Tempel und betraten ihn zuerst. Wir folgten ihnen. Dicht bei Sar'jin aufhaltend betrat ich einen großen, weiten Raum im Inneren des Tempels und sah sofort die riesigen Statuen in den Ecken von diesem wunderschönen Raum. Sie waren riesige Abbilde vom Prinz Krahen, unter ihm damals Todesschwinge besiegt wurde. ,,Ich denke, dies ist ein Andenken an den Prinzen, als Ehre dafür, dass er für Frieden in Azeroth gesorgt hat.", sprach diese wunderbare Person neben mir, die ich einfach an mich pressen und umarmen möchte. Gedankenversunken an Sar'jin murmelte ich etwas leise vor mich hin: ,,Ich liebe dich. Mensch, Troll, merk es doch endlich!" Sar'jin stand neben mir und schaute mich verwirrt an. Doch ich merkte erst sehr viel später, dass das was ich unbedachter Weise von mir gab, noch Folgen haben würde, doch nun war vorerst die Arbeit wichtiger. ,,Lass uns doch mal in den anderen Raum des Tempels vordringen!", sprach ich vor lauter Neugier. Ohne auch nur ansatzweise auf eine Antwort anderer zu warten, ging ich zu dem verschütteten Eingang des zweiten Raumes. ,,Kleiner Elementar, hilf mir die Tür zu öffnen.", befahl ich freudig meinem kleinen Begleiter. Nach kurzen Bemühungen und Stabschwüngen war die Tür geöffnet. Ich betrat die vier Wände die sich in diesem riesigen Tempel befanden und erschrak. Ich plumpste verstört und schockiert zu Boden. Nein! Das.. nein. Ich konnte meine Gedanken nicht mehr sammeln und war wie gelähmt. Hinter mir schrie ebenfalls geschockt die wundervollste Stimme, die sich auch in den schlimmsten Momenten noch schön anhörte: ,,Dronadio! Nein! Weg da, das ist [...]" Mehr konnte ich nicht mehr von Sar'jins Worten hören, mir wurde schwarz vor Augen. 
Einige Tage darauf kam ich in Sen'jin, der Hauptstadt der Trolle, so langsam wieder zu mir. Doch ich wusste schon nicht mehr, was geschehen war. Plötzlich merkte ich, dass etwas meine rechte Hand festhielt. Ich drehte meinen dröhnenden Kopf sanft nach rechts und erblickte einen Sar'jin, wie ich ihn noch nicht kannte. Sein Blick war schwach, er sah sehr ermüdet aus. ,,S.. Sar.. Sar'jin! Ich..", ich brach ab. Meine Kräfte verließen mich erneut. Ich war bei Bewusstsein, doch ich war nicht stark genug, etwas von mir zu geben. Sar'jin sah mich freudig, sowie besorgt an. Er legte seinen Finger auf seine wunderbaren Lippen, um anzudeuten, dass ich nicht weiter sprechen solle. ,,Ruh dich erst einmal aus. Morgen sieht die Welt gleich wieder ganz anders aus.", sprach er in einem weichen, sanften Ton zu mir, der mich dazu verleiten würde, meine Lippen auf seine zu pressen, doch ich war zu schwach, mich zu bewegen. ,,Ich... Was...?" Sar'jin ließ mich nicht zu Ende sprechen, da er wusste, was ich fragen wollte und sich darum kümmerte, dass ich mich nicht überanstrengte. ,,Wir waren im Tempel, erinnerst du dich?", er brach kurz ab um auf mein Nicken zu warten, das er bekam. "Du bist in den zweiten Raum in diesem Tempel gegangen, aus lauter Neugier. Das sah so süß aus, dass ich dir gefolgt bin. In dem Raum war Todesschwinge, doch er schlief. Ich glaube, du bist schwach geworden, weil man es ihm nicht ansah. Er sah so boshaft und mörderisch wie zuvor auch aus. Was der wohl träumte..." Sar'jin sah mit seinen funkelnden Augen in die meine und mein Herz raste. ,,Ich bin froh, dass es dir wieder besser geht. Was würde ich wohl sonst ohne meine beste Freundin machen?" Ein Stich ins Herz. BESTE FREUNDIN? Nein. Nein, bitte nicht. Freundschaft. Nein. Das konnte ich einfach nicht. Nicht unter diesen Umständen. Ich liebe ihn! Doch bin ich für ihn nichts weiteres als eine einfache freundschaftlich Bekannte, mit der er machen kann was er will? Ich wusste es nicht. Es war einfach nicht zu ertragen. Ich wollte sterben. Das war für mich, als ob eine Welt zusammenbrach. Ich konnte nicht mehr mit ihm befreundet sein. ,,B.. beste Freundin? Bin ich das für dich?", brach aus meinen Gedanken heraus. ,,Ja, aber natürlich. Meine beste Freundin! Und nichts anderes, für immer!" Nach dieser Aussage war ich getroffen. Bitte, Körper, du sollest versagen! Ich hatte mir gewünscht, zu sterben. Doch selbst dafür bin ich zu blöd gewesen. Ich konnte ihm schlecht sagen, dass mich dies hart traf. Er sollte niemals davon wissen, wie sehr er mir bedeutete! Natürlich wusste er, dass ich mehr von ihm will. Doch wie viel konnte ich ihm nicht sagen. Er war niemand, der so viel von einem weiblichen Wesen verlangen konnte. Ich wusste, dass das nicht so weitergehen konnte. 
Keine zwei Tage später waren Hexendoktoren nach Sen'jin zurück gekehrt. Ich horchte ihrem Gespräch. ,,Du weißt, was das für Konsequenzen haben wird? Ich kann dich nicht unbemerkt in den Flammenschlund zum Pfad des Feuers schicken, wenn wir nicht noch jemanden finden, der mitkommt!", sprach einer und weckte meine Aufmerksamkeit. Flammenschlund? Laut Mythen kommen die, die den Pfad des Feuers betreten, nie wieder zurück. Ich lauschte dem Gespräch weiterhin. ,,Aber wer solle mitkommen? Niemand stirbt freiwillig!" Bei diesem Satz sprang ich auf und erklärte mich bereit, den Hexendoktoren zu helfen. Sie waren Einverstanden. 
So machte ich mich daran, einen Abschiedsbrief zu schreiben, vor allem an Sar'jin. 
,,Hallo liebe Freunde! Hallo Sar'jin... 
Hiermit möchte ich mich recht herzlich von euch verabschieden. Ich werde mit den Hexendoktoren den Flammenschlund betreten und nie wieder zurückkehren. Ihr fragt euch sicherlich, welch Gründe mich dazu bewegen, dies zu tun. Doch ich habe einen bewegenden! Sar'jin, du sagtest, ich bin deine beste Freundin. Doch, das kann ich nicht. Ich liebe dich! 
Mehr, als nur als bester Freund, mehr als nur freundschaftlich. Weniger als eine Bindung mit dir konnte ich nicht mehr aushalten. Doch ich weiß, dass dies an Unmöglichkeit grenzt, daher, lebe wohl, Geliebter Sar'jin! 
Ich liebe dich und werde für immer dein Leben bewachen, 
Dronadio.." 
Ich ließ den Brief auf mein Schlafplatz in meinem Gemach fallen und ging zu den Hexendoktoren. ,,Lasst uns gehen!" Und ich lief mit den Hexenmeistern den Pfad des Feuers. Ich ward nie wieder gesehen. Ich war tot. Nach meinem Lauf in den Tod habe ich beobachtet, wie Sar'jin reagiert. ,,Dronadio? Hat jemand Dronadio gesehen?", hörte ich seine besorgte Stimme schreien. Ich konnte meine Tränen nicht zurück halten, es tat so weh, ihn zu sehen ohne bei ihm zu sein. Sar'jin lief die Treppen hinauf zu meinem Gemach und riss mit Wucht die Tür auf. Er sah den Zettel auf meinem Bett liegen und nahm ihn verzweifelt sowie ruckartig den Brief und las. Ich blickte durch meine vertränten Augen in sein Gesicht und sah seine Reaktion. ,,NEIN! Dronadio, nein! Sag, dass das nicht wahr ist! NEIN!" Sar'jin verspürte einen Misch aus Trauer und Wut. Er warf den Zettel zu Boden und schmiss mein Bücherregal um. Ich konnte nicht mit ansehen, wie es ihn fertig machte. Somit verkroch ich mich und war wie ausgelöscht. Sar'jin wird wahrscheinlich noch heute nicht verstehen, warum ich das tun musste.


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